
Die Muslimischen Jugend Österreich war die erste muslimische Organisation im Lande, deren Vorsitz eine Frau übernahm. Bereits seit dem Jahr 2007 sitzt auch ein mehrheitlich weibliches Führungsteam im Vorstand. Geschlechterparität sowie eine geschlechtergerechte Sprachregelung sind in unseren Statuten und in der Praxis unserer Jugendarbeit verankert. Wir leben ein feministisches Selbstverständnis. Dazu gehören das Aufbrechen von tradierten Rollenbildern und Stereotypen sowie das Sichtbarmachen von starken Frauen.
Wir sprechen feministische Agenden im gesamtgesellschaftlichen Diskurs, aber auch innerhalb der muslimischen Community an und setzen uns im Rahmen von geschlechtssensiblen Angeboten und Projekten mit Ungerechtigkeit auseinander. Intersektionaler Feminismus ist uns ein wichtiges Anliegen, da Mehrfachdiskriminierung aufgrund von Geschlecht, Ethnie, Religion, sozialer Zugehörigkeit, Alter und Lebensweise besonders sichtbare muslimische Mädchen und Frauen im Alltag sowie in Bildungseinrichtungen und im Berufsleben trifft.

In Vergangenheit haben wir verschiedene Projekte zu unserem Jahresschwerpunkt festgelegt unter anderem das Projekt EmpowHer. In diesem Projekt wurden die Arbeitsfelder Bildung, Empowerment und Burschenarbeit behandelt. Neben regelmäßigen Veranstaltungen und Aktivitäten werden auch spezielle Projekte, wie Mentoring für Musliminnen, zur Unterstützung von jungen Musliminnen auf ihrem Karriereweg angeboten. Das Ziel dieser Projekte ist es, der strukturellen Diskriminierung entgegenzuwirken und die jungen Frauen mit erfolgreichen Frauen aus Wirtschaft, Forschung, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft zu vernetzen. Dadurch profitieren zum einen jungen Frauen vom Erfahrungsschatz ihrer Mentorinnen. Zum anderen gewinnen die Mentorinnen Einblicke in die Lebensrealitäten junger Musliminnen.